Anfänge des Fremdenverkehrs

Anfänge des Fremdenverkehrs

 Zu den ersten Besuchern von Bled gehörten Pilger, die aus den umliegenden Regionen  - Krain, Kärnten, Steiermark, Küstenland, Friaul sowie aus dem entfernteren Österreich -  Wallfahrten zur Marienkirche auf der Insel machten. Neben ihren frommen Verrichtungen nahmen sie auch die Schönheit des Ortes wahr und brachten durch die Kunde davon immer mehr Pilger nach Bled.
Neben einfachen Menschen, die meist als Pilger kamen, reisten aber auch  Angehörige der Oberschicht nach Bled. Johann Weichard Valvasor – ein einheimischer Adliger und Gelehrter, berichtete 1689 in seinem Buch „Die Ehre des Herzogtums Krain“ unter anderem über die Thermalquellen in Bled. Der Schloßbesitzer Weidmann wollte wegen des großen Andrangs von Heilungsuchenden die Quellen zuschütten, was ihm jedoch nicht gestattet wurde. Die Menschen kamen weiterhin, badeten und wurden – so Valvasor – auch gesund.
Eine weitere Gefahr für die Entwicklung des Bleder Fremdenverkehrs war neben Weidmann auch der spätere Schlossbesitzer Ignac Novak. In den Jahren 1782 bis 1787 schlug er mehrmals vor, den See trockenzulegen, um fruchtbares Land zu gewinnen und um den Boden des Seegrunds als Rohstoff für eine Ziegelsteinfabrik zu verwerten. Die Krainer Landesregierung lehnte jedoch den Vorschlag ab. 1882 wurden die Quellen mit einfachen Holzbrettern bedeckt. Da die Thermalquellen nicht besonders warm waren (23ºC), kamen zunehmend  auch Besucher nach Bled, die sich viel mehr von der Schönheit der Natur angezogen fühlten.

Der berühmte englische Biologe Sir Humphrey Davy nannte diesen Ort den schönsten, den er je in Europa gesehen habe. Zur Zeit des Wiederauflebens des slowenischen Nationalbewußtseins kam Jung und Alt, um hinter der Inselkirche eifrig nach dem Tempel der slawischen Göttin Živa und dem Schatten ihrer sagenhaften Priesterin, der schönen Bogomila zu suchen.


Gesundheitstourismus und ARNOLD RIKLI

Die Anfänge eines intensiveren Tourismus reichen zurück in das Jahr 1855, wo der Schweizer Hydropath Arnold Rikli als einer der ersten den Wert und die Vorteile der klimatischen Bedingungen und der günstigen Lage Bleds für eine lange Badesaison erkannte. Er gründete eine Kuranstalt für Naturheilverfahren und begann, seine Heilungsmethode zu praktizieren.

Ihm war klar, daß es, um Gäste nach Bled zu locken, der Bäder, Wander- und Ausflugswege sowie Unterkünfte bedurfte, und ließ 1895 gegenüber dem heutigen Hotel Park aus Holz ein einfaches Bad und ein Kurhaus bauen, in der sich seine Ordination, eine Küche samt Speisesaal und Verwaltungsräume befanden. Um seine Patienten unterzubringen, ließ er unter einem Kastanienpark Wohnhütten aufstellen, die zum Markenzeichen seines Kurbetriebs wurden. Um das wachsende Interesse der Gäste zu befriedigen, wurde 1899 ein neues, größeres Bad errichtet.
Ein Bestandteil von Riklis Kuranwendung waren Bäder, sowohl im See als auch im eigens dafür eingerichteten Bad. Für Bäder wurden zwei kalte Quellen mit 10ºC bzw. 15.6ºC verwendet. Darüber hinaus empfahl er Warm- und Dampfbäder, sowie Sonnenbäder auf den Galerien seines Hallenbades. Auch Spaziergänge wurden zu einem festen Bestandteil seines Programms.

Er wählte mehrere Ausflugsziele in der Gegend von Bled aus und unterteilte sie nach Schwierigkeitsgraden, getrennt für Männer und Frauen. An den Zielen dieser Wanderwege ließ er Spielplätze für Kegeln und Bowling aufstellen. Für sein Kurprogramm gab es einen strengen Tagesplan, der von allen Patienten eingehalten werden mußte. Dem frühen Aufstehen – zwischen 5 und 6 Uhr – folgten Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft, wobei das Frühstück kurzerhand mitgenommen wurde.

Zur Verbesserung der Durchblutung sollten die Patienten barfuß im Morgentau laufen. Nach einer Stunde Pause folgte um 10 Uhr das Sonnen und Baden. Während der halbstündigen Mittagspause wurde eine bescheidene Mahlzeit eingenommen, worauf es weiterging mit Baden, Sonnen und Wandern. Um 17.30 wurde die Hauptmahlzeit eingenommen und erst danach konnten sich die Patienten ihrer Freizeit widmen. Die Ernährung war hauptsächlich vegetarisch, Fleisch gab es nur ausnahmsweise und gegen besonderes Entgelt. Rikli verbrachte in Bled volle 52 Jahre. In dieser Zeit war er, wie Dr. Mirko Kalin betont, einer der bekanntesten Spezialisten für Naturheilverfahren und klimatische Kuren. Riklis Kuren halfen nach Meinung von Dr. Kalin bei vielen Krankheiten, so z.B. bei Rheumatismus, Migräne, Schlafstörungen, Hysterie, Blutkrankheiten, Durchblutungsstörungen und Fettleibigkeit. Neben Riklis Patienten lockte Bled immer mehr Gäste an, die ihren Urlaub in gesunder und schöner Umgebung verbringen wollten. Nach 1870, als Bled mit dem Ausbau der Bahnstrecke Tarvisio – Ljubljana einen eigenen Bahnhof bekam, wo auch viele Personen- und Schnellzüge hielten, wuchs die Anzahl der Besucher von Bled unaufhörlich. Bereits im Jahre 1903 gewann Bled auf einer Internationalen Kurausstellung in Wien die Goldmedaille. 1906 wurde Bled erstmals offiziell zu den bedeutenden Fremdenverkehrsorten des kaiserlichen Österreichs gerechnet.

Zwischen den Weltkriegen blieb Bled der mondänste Kurort Jugoslawiens und die Sommerresidenz der königlichen Familie Karadjordjević. Bled wurde von vielen einheimischen und fremden Gästen besucht. Es wurde zum Mittelpunkt des politischen und diplomatischen Geschehens in den Sommermonaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Bled seine touristische Tradition fort, übernahm und renovierte den Großteil der Gaststätten und Einrichtungen, die in slowenische Hand übergegangen waren. Da Präsident Tito eine Residenz in Bled hatte, wurde der Ort von vielen Staatsmännern, Politikern und Künstlern aus dem In- und Ausland besucht. Das heutige Hotel Vila Bled gehört in die höchste Kategorie und ist in der Lage, auch anspruchsvollste Gäste aufzunehmen.

Auch Arnold Rikli wurde nicht vergessen. Ihm zu Ehren wurde anläßlich eines 50. Jahrestages seiner Wirkens auf dem Berg Straža ein Denkmal aufgestellt, das noch heute zu sehen ist, darüber hinaus wurde eine Gedenkplakette herausgegeben, während der Fremdenverkehrsverein Bled zum 125. Jubiläum seines Wirkens im Kurpark eine Gedenkstätte errichten ließ.

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